Die Debatte bleibt aus

Ein Jahr „Carte Blanche“ an der Galerie für Zeitgenössische Kunst Leipzig
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Zur internen Diskurskritik in Zeiten einer vernetzten Welt
Der Psychoanalytiker Jacques Lacan drückt das aus, woran es meines Erachtens in der derzeitigen kuratorischen Praxis fehlt . 2) Offenbar gehört die reflexive Kritik der eigenen Praxis in einer vernetzten Gesellschaft der Vergangenheit an. Die Abwendung von dieser internen Diskurskritik bedarf demnach dringend der differenzierten Auseinandersetzung.
Die Finanzkrise schwebt über der Kunstwelt, ein guter Anlass also, kurz inne zu halten und die bisher gegangenen Wege einer kritischen Reflexion zu unterziehen. Franz Schultheis macht in seinem Vorwort zu dem Buch der Soziologen Luc Boltanski und Eve Chiapello Der neue Geist des Kapitalismus 3) darauf aufmerksam, dass aufgrund der besitzindividualistischen Weltsicht des Kapitalismus auch die kritische Gesellschaftswissenschaft westlicher Prägung in die Krise geriet. Die These, die Schultheis hier für die Sozialwissenschaften entwirft, möchte ich auf das Kunstfeld erweitern und dabei die kuratorische Praxis vor dem Hintergrund einer ökonomischen Globalisierung betrachten. Unter der von mir attestierten Krise in der kuratorischen und auch theoretischen Praxis verstehe ich Ermüdungserscheinungen, die sich in uniformen Ausstellungskonzepten widerspiegeln, in einer Form der gesellschaftlichen Absicherung und daraus folgend in der Abkehr von experimentellen Versuchen, die gegebenenfalls auch einmal scheitern können.
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